Die Operation der Hernien behebt den krankhaften anatomischen Zustand, der zur Bildung von Hernien führt. In der menschlichen Leiste befindet sich der von Bauchwandmuskeln ummantelte Leistenkanal. Bei Männern läuft in diesem Kanal der Samenleiter mit den angeschlossenen Gefäßen, bei Frauen einer der Gebärmutterbänder. Als Leistenbruch (Hernia inguinalis) wird der Zustand bezeichnet, bei dem durch eine Schwachstelle in der Bauchdecke, durch die sog. Bruchpforte, die Eingeweide als sackartige Ausstülpung heraustreten. Aus der Bauchhöhle dringen die Eingeweide (Bruchinhalt) in den Bruchsack.

Leistenbruch-OP – auf einen Blick:

  • Operationszeit: Ca. ½ –  1½ Stunden
  • Vermeiden sportlicher Aktivitäten
  • Vermeiden von körperlicher, physischer Belastung
  • Dauer ca. 4-6 Wochen
  • Nahtentfernung nach dem 10.-14. Tage
  • Anästhesie: örtliche  oder regionale Betäubung oder Narkose
  •  Klinikaufenthalt: ambulant oder 1-tägiger Klinikaufenthalt

Bei jedem Bruch gibt es eine Bruchpforte, d.h. eine Öffnung, durch die sich der Bruch ausstülpt. Bei einem Leistenbruch ist diese Öffnung entweder eine angeborene oder eine erworbene Öffnung. Der Bruchsack entsteht, indem die herausquellenden Eingeweide das vorliegende Bauchfell vor sich her schieben, das sich ebenfalls durch die Bruchpforte drückt und letztendlich zwischen die vor der Bauchdecke liegenden Weichteile dringt. Unterschiedliche Bauchorgane, die in den Bruchsack gelangen, können den Bruchinhalt bilden, am häufigsten sind es Dünn- bzw. Dickdarm. In einigen Fällen sind es Bauchkrämpfe, stechende oder abrupte Bauchschmerzen, die auf ein mögliches Entstehen eines Leistenbruchs aufmerksam machen.  Leistenbrüche treten bei Männern wesentlich häufiger auf als bei Frauen. Die Hernie entwickelt sich im Allgemeinen über Monate, Jahre. Entsprechend der Prinzipien von Pretty-Woman Swiss führen wir sowohl Mini-Eingriffe, als auch die vollständige Bauchdeckenrekonstruktionen – mit Einsetzen von Polypropylen-Kunststoffnetzen (gewebefreundlicher Kunststoff) durch.

Wann sollte ein Leistenbruch operiert werden?

Alle Leistenbrüche müssen operiert werden, denn bei allen besteht die grundsätzliche Gefahr für die gefährlichste Komplikation: den Darmverschluss. Dabei klemmt der durch den Bruchhals gebildete Ring, und verschließt den Bruchinhalt samt den Gefäßen. Die Eingeweide werden nicht durchblutet und sterben ab. Das Problem des Leistenbruchs löst sich nicht von selbst, der Bruch bildet sich nicht zurück, in jedem Fall kann nur ein chirurgischer Eingriff helfen. Wenn der Leistenbruch noch keine Beschwerden macht und noch nicht eingeklemmt ist, kann man weitläufig einen Termin für eine geplante Operation vereinbaren. Bei einem akuten Leistenbruch mit schweren Symptomen muss die Operation schnell, innerhalb von wenigen Tagen erfolgen. Ein eingeklemmter Leistenbruch ist ein lebensbedrohlicher Zustand und erfordert einen sofortigen chirurgischen Eingriff! Leistenbruch-OP – Wir beraten Sie personenbezogen! In einem Gespräch werden wir den Eingriff in allen Details besprechen, über Ihre Ideen, Wünsche, auch über eventuelle Bedenken und Zweifel reden. In diesem Zusammenhang  werden einige  Untersuchungen vorgenommen (die physische Untersuchung, Labordiagnostik, Ultraschall-Untersuchung). Wir besprechen die unterschiedlichen operativen Verfahren und, beantworten alle diesbezüglichen Fragen zu möglichen Einschränkungen, Risiken und Komplikationen. Leistenbruch-OP –Erledigungen vor der Operation informieren Sie Ihren Arzt über jede Art von Krankheit (Bluthochdruck, Gefäßerkrankungen, Diabetes, Lungenerkrankungen, Blutgerinnungsstörungen). 10 Tage vor der OP dürfen kein Aspirin und keine Medikamente, die Aspirin enthalten, eingenommen werden. Wenn Sie unmittelbar vor der Operation an Erkältung oder einer anderen Infektion leiden bzw. Sie zeitgleich Ihre Menstruation haben,  dann muss der Eingriff verschoben werden. 6 Stunden vor der Operation dürfen Sie nichts mehr essen und trinken. Falls Sie rauchen, müssen Sie es mindestens für die Zeit 2 Wochen vor bis 2 Wochen nach der OP  einstellen.

Leistenbruch – Ablauf der Operation

Es gibt verschieden oprative Techniken für die chirurgische Lösung des Leistenbruchs. Offene Operation mit Schnittsetzung in der Leistenbeuge und mit Bruchlückenverschluss durch eine Naht (Shouldice-Operation):

Seit langem wird diese klassische chirurgische Technik angewandt: Der Chirurg präpariert nach dem Setzen des Schnitts den Bruchsack heraus, bzw. trennt er ihn von seiner Umgebung.  Wenn nötig, öffnet er ihn und überprüft den Bruchinhalt: Wenn der Chirurg Verwachsungen vorfindet, löst er sie und platziert die Eingeweide zurück in die Bauchhöhle. Er schließt den Hals des Bruchsacks mit ein paar Stichen und entfernt Überschüsse. Um die Bruchpforte zu schließen, vernäht er zuerst die Bauchdeckenmuskulatur mit dem Leistenband, schließlich die Haut. Dank der speziellen Nahttechnik, wird die Bruchstelle an der Bauchdecke verstärkt. Der Vorteil: wenig Fremdgewebe (nur dünne Fäden); die OP ist mit örtlicher Betäubung durchführbar. Nachteil: Rückfälle (rezidiv) leicht möglich, hohe Chance für einen erneuten Leistenbruch, längere Genesungszeit, 3  Monate Schonung und Vermeiden von körperlicher, physischer Belastung.

Offene Operation mit Schnitt in der Leistenbeuge und Einsetzen eines Netzes zum Schließen des Bruchsmit einer Nervenimplantation (Lichtenstein-Operation): Diese Operationstechnik ist in der Leistenbruch-Chirurgie viel moderner. Bei diesem Verfahren wird der Schnitt auch in der Leiste gesetzt, aber der Chirurg platziert hier zwischen dem Leistenband und dem Muskel ein gewebefreundliches Netz, wodurch es zu weniger Spannung im Gewebe kommt. Das Kunststoffnetz besteht aus einem feinen, flexiblen Material und der Organismus versteht es nicht als Fremdkörper, verursacht keine allergische Reaktion. Besonders bei älteren Patienten ist das Einsetzen eines Netzes empfehlenswert. Vorteil: geringe Wahrscheinlichkeit eines erneuten Leistenbruchs, Operation mit örtlicher Betäubung durchführbar, kürzere Genesungszeit. Nachteil: Fremdkörper im Körper.

Laparoskopische Leistenbruch-OP mit Einsetzen eines Kunststoffnetzes (minimal-invasive Technik): Bei diesem modernen Eingriff, führt der Chirurg durch einen kleinen Einschnitt (Nabel, Unterbauch) die Kamera in die Bauchhöhle, die ihn bzw. die notwendigen Instrumente dann bei der OP leiten und informieren kann. Auch in diesem Fall wird die Bruchpforte mit einem Kunststoffnetz verschlossen, jedoch von der Bauchhöhle aus. Der Chirurg kann die Bruchpforte mit den Instrumenten auch außerhalb der Bauchdecke verschließen.

  • Vorteil: geringe Wahrscheinlichkeit eines erneuten Leistenbruchs, kürzere Genesungszeit, weniger Schmerzen.
  • Nachteil: Fremdkörper im Körper, nur unter Narkose möglich

Die Lösung für den Leistenbruch ist normalerweise die Operation. Sie kann in Allgemeinanästhesie (Narkose), Lokalanästhesie(örtl. Betäubung) oder in Regionalanästhesie (Nähe Wirbelsäule) erfolgen.  Es stehen viele verschiedene Verfahren – wie oben beschrieben – zur Verfügung. Welches eingesetzt wird, da kann abhängen von:

  • der Art und Größe der Hernie
  • von den Risikofaktoren des Patienten (genetische Faktoren, Rauchen, Übergewicht)
  • dem Alter des Patienten und den Begleiterkrankungen (Asthma, chronische Bronchitis, Diabetes)
  • der körperlichen, physischen Beanspruchung am Arbeitsplatz
  • den Wünschen des Patienten

Leistenbruch-OP – Nach der Operation

Die chirurgischen Schnitte werden mit feinen, präzisen Stichen verschlossen; meist werden 2 Drainagen angebracht, die das Wundsekret in den folgenden 1- 2 Tagen ableiten sollen. Um die Genesung zu fördern, nehmen Sie sich bitte 4 -6 Wochen frei, und vermeiden Sie anstrengende körperliche Aktivitäten, Sport.  Die Nähte werden nach 10 – 14 Tagen entfernt.

Mögliche Komplikationen

Es gibt keinen chirurgischen Eingriff ohne Risiko.  Eingriffe ohne Komplikationen können von keinem Arzt garantiert werden. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt und Ihrem Anästhesisten über mögliche anstehende  Probleme.

Bei den Komplikationen sind zu erwähnen: Reaktionen auf örtliche Betäubung und Narkose, Blutungen, Hämatome, Entzündungen, Gefühlsstörungen, thromboembolische Komplikationen.

Eine spätere Komplikation können verbreiterte, hypertrophe oder keloide Narben sein. Bei entsprechender Vorbereitung können diese Komplikationen jedoch minimiert oder vollständig vermieden werden.