Zysten über dem Kreuzbein (Dermoidzysten) verbittern das Leben von jüngeren Männern mit stärkerer Körperbehaarung. Die Zysten entzünden sich oft und erfahren dann als Geschwüre oft eine Notbehandlung in irgendeiner chirurgischen Abteilung oder Klinik. Die Zystenkapsel/Zystenwand bleibt im Körper, und damit erneuern sie sich immer aufs Neue. Danach werden sie operativ entfernt, geben dann nach der Operation für Wochen und Monate Wundsekret ab, was mit einem täglichen Verbandwechsel einhergeht. Diese Tortur wirkt sich auch auf das gesellschaftliche und Privatleben aus.  Die plastisch-chirurgische Versorgung bringt Heilung in einem Schritt: mit nur einer größeren Operation. Nach dem Herausschneiden der Dermoidzysten ist die allgemeine chirurgische Praxis, die Wunde offen zu lassen (über Wochen und Monate mit sekundärem Ausbruch, auf Heilung hoffen) oder sie – es handelt sich um eine tiefe und große Wunde – unter Spannung zu schließen. Dadurch öffnen sich oft die Wunden erneut, und die Wund muss weiter versorgt und verbunden werden. Die plastisch-chirurgischen Techniken zielen auf eine spannungsfreie Wundschließung. Bei größeren, mehrmals operierten, aber nicht heilen wollenden Dermoidzysten, ist ein in die Wundhöhle eingesetzter gut durchbluteter Gewebelappen die Lösung. Gute Blutversorgung und eine spannungsfreie Naht ist die Versicherung dafür, dass die Wunde gut verheilt.

Nabelbruch – Warum herausnehmen?

Die im Nabelbereich zu beobachtende Ausbuchtung ist bei Frauen und Männern gleichermaßen ein häufiges Phänomen. Der oft als harmlos angesehene Nabelbruch kann Schmerzen und Beschwerden verursachen, die den Patienten in seiner physischen Aktivität oder im Sport einschränken. Plötzliche Bewegung und das starkes Pressen der Bauchmuskeln (Husten, Verstopfung) können einen Darmverschluss auslösen, der notoperiert werden muss. Dabei können dann keine ästhetischen Aspekte berücksichtigt werden. In gewissen Instituten wird bei einer Nabelbruch-OP der ganze Nabel entfernt. Mithilfe der Nabelbruchkorrektur können wir den Nabel vollständig rekonstruieren. „Der Nabel ist des Bauches Edelstein.“- so dachten es die Inder. Und es ist so: viele Patienten bangen vor einer Nabelbruch-OP, weil sie sich davor fürchten, dass der ganze Nabel entfernt wird. Das ist nicht notwendig. Die Nabelbruchoperation kann mit Instrumenten und Techniken der Plastischen Chirurgie durchgeführt werden. Dabei kann im Rahmen eines Mini-Eingriffs (3-4 cm) die Bruchpforte verschlossen und mit einem Kunststoffnetz stabilisiert werden. Die den Nabel stützende und gedehnte Haut wird mit speziellen Stichen modelliert, und dabei wird die ursprüngliche Form des Nabels rekonstruiert. Die postoperativen Schmerzen sind minimal, der Patient kann – eine Bauchbinde tragend – laufen. Der Eingriff kann sogar ambulant durchgeführt werden.

Krampfadern – Nur stechen, nicht schneiden

Krampfadern an Wade und innerem Oberschenkel verbittern hauptsächlich das Leben der Frauen. Salben und Massagen können vorübergehend helfen, aber früher oder später erfordert das genetisch kodierte Problem einen Chirurgen bzw. eine Operation. Die Krampfader-OP ist das Thema der Gefäßchirurgie oder der Allgemeinen Chirurgie und wird jeweils mit den spezifischen Verfahren und Herangehensweisen durchgeführt. Bei der Krampfader-OP ist das Ziel der plastisch-chirurgischen Technik: die minimale Narbenbildung und das vollkommene ästhetische Ergebnis.

In der Chirurgie der Krampfadern ist die Operation der sicherste Weg zur Heilung, aber in vielen Fällen folgt oft eine schmerzhafte postoperative Zeit, großflächige Hämatome und Narben.

Es ist nicht zu leugnen, dass diese Operationen oft an das Ende des chirurgischen Programms gestellt werden, bzw. zu den sogenannten. „Lernoperationen“ zählen.  Nicht wenige Patienten schrecken vor den vielen Narben und den zahlreichen Pigmentflecken zurück.  Viele wählen aus diesem Grund die Behandlung durch Injektion, die allerdings nur auf einzelne Krampfadertypen wirkt  und an den Einstichstellen ebenso Pigmentierung hervorrufen kann.

Mit den in der Plastischen Chirurgie verwendeten feinen Instrumenten und Techniken können wir durch unsichtbare 1-2 mm große Öffnungen alle vergrößerten Krampfadern, die nicht für die Behandlung durch Injektion geeignet sind, entfernen. Die Adern die zum tiefer liegenden Venensystem verlaufen und die Spannung an den oberflächlichen (sichtbaren) Adern verursachen, werden mit feinen Stichen zugenäht (statt der traditionellen Unterbrechung, d.h. statt dem Veröden/Ziehen).

Der postoperative Schmerz ist minimal, und aufgrund der vollständigen Blutungskontrolle können Hämatome vermieden werden, und der Patient kann sofort laufen. In einzelnen Fällen kann die Operation auch ambulant durchgeführt werden.

Maxi Bruch-Mini Technik – aus 4 Zentimetern Netz und Naht

Die Leistenbruch-Krankheit wird oft bagatellisiert. Ohne Behandlung, d.h. ohne Operation ist das Problem Leistenbruch nicht zu lösen. Mit der Zeit kann er wachsen, kann auf die Nerven der Umgebung drücken und bei Bewegung, Sport und Geschlechtsverkehr besonders unangenehme Schmerzen bereiten. Später kann der Bruch größer werden und durch eine plötzliche Bewegung oder durch das starke Pressen der Bauchmuskulatur (Niesen, Husten, Stuhlgang) kann es zu einem Verschluss kommen.

In diesem Fall sind lebensrettende Eingriffe notwendig, bei denen ästhetische Aspekte nicht berücksichtigt werden können.Bei einer geplanten Operation sind durch einen 3-4 cm langen Schnitt die Bauchdeckennaht und das Einsetzen des Kunststoffnetzes möglich. Viele schieben die Operation vor sich her, denn  sie fürchten sich vor den großen Schnitten, die sie bei anderen gesehen haben, vor den Schmerzen, von denen sie gehört haben. Andere denken, dass die bei der modernen Bruchchirurgie verwendeten Kunststoffnetze  nur im Rahmen einer großen Operation – mit  großen Schnitte oder nur laparoskopisch, d.h. mithilfe einer in die Bauchhöhle eingeführten Kamera, einzusetzen sind.

Die laparoskopische Chirurgie im Bauch ist eine bekannte Technik, aber man muss wissen, dass bei dieser OP – da der Chirurg im Bauchraum mit den Gedärmen arbeitet – die Chance für Komplikationen groß ist. Das Bauchfell wird durchtrennt und abgehoben, dann wieder angenäht, aber dabei entstehen auf jeden Fall Wunden auf ihm, an denen dann unglücklicherweise die Gedärme anhaften können. Diese Verwachsungen können später zu Bauchkrämpfen, Blähungen und anderen Beschwerden führen.

Wir kombinieren die modernen bruchchirurgischen Techniken mit den Verfahren und Instrumenten, die der Plastischen Chirurgie zur Verfügung stehen. Dadurch können wir die vollständige Leistenbruch-OP (auch die Oberschenkelhernie und den Nabelbruch) mit dem Mini-Eingriff (3-4 cm) durchführen und ein Kunststoffnetz in der Größe einer männlichen Hand einsetzen. Der postoperative Schmerz ist minimal, der Patient kann sofort laufen, die Belastung und Arbeitstauglichkeit sind schneller wieder hergestellt.  Ein abführendes Mittel muss nicht verabreicht werden, und auch andere Vorbereitungen sind nicht nötig. In Ausnahmefällen kann der Eingriff auch ambulant erfolgen.