Wenn wir von Krampfadern sprechen, meinen wir normalerweise  die dauerhaft erweiterten Venen unter der Hautoberfläche am Unterschenkel. Es sind unregelmäßig geschlängelte Venen – Besenreiser –  die unter der Haut als rötliche oder bläuliche Linie erscheinen. Bei der Herausbildung der Krampfadern spielen verschiedene Faktoren eine Rolle: die individuelle Veranlagung, Vererbung, genetische Faktoren, ein bewegungsarmer Lebensstil, überwiegend stehende Körperposition, Übergewicht und falsche Ernährung.

Krampfader-OP  – auf einen Blick:

  • Operationszeit: Ca. ½ –  1½ Stunden
  • Vermeiden sportlicher Aktivitäten
  • Vermeiden von körperlicher, physischer Belastung
  • Nahtentfernung nach dem 10.-14. Tage
  • Anästhesie: örtliche  oder regionale Betäubung oder Narkose
  • Klinikaufenthalt: ambulant oder 1-tägiger Klinikaufenthalt

Mit der Behandlung von Krampfadern können  nicht nur kosmetische Ergebnisse erzielt werden, sondern auch die Beschwerden, die mit der Krankheit einhergehen, werden gemildert (Schmerzen, Schwellungen, „schwere“ und leicht ermüdende Beine). Die Operation basiert auf dem Grundsatz der plastischen Chirurgie,  mit einem minimalen Eingriff das maximale Ergebnis zu erzielen.

Wer ist für eine Krampfader-OP  geeignet?

Die Krampfader-OP ist für diejenigen Frauen und Männer sinnvoll, die an den Beinen eine störende Krampfadererweiterung haben. Bei der leichten Form von Krampfadern ist es mehr ein kosmetisches Problem, aber ohne entsprechende Behandlung werden sie sich nicht zurückbilden, sondern eher verschlimmern – Sport und ausgewogene Ernährung sind nicht genügend. Da Krampfadern nicht nur ein ästhetisches Problem sind, sondern auch schmerzhaft sein können, entscheiden sich immer mehr Patienten für die Entfernung.

Krampfader-OP – Wir beraten Sie personenbezogen!

In einem Gespräch werden wir den Eingriff in allen Details besprechen, über Ihre Ideen, Wünsche, auch über eventuelle Bedenken und Zweifel reden. In diesem Zusammenhang  wird eine präzise Untersuchung Beine mit besonderem Augenmerk auf die bestehenden Krampfadern und Lymphödeme. Zur Minimierung von Komplikationen und im Interesse eines erfolgreichen Eingriffs ist eine Ultraschalluntersuchung des Venensystems erforderlich. Bei dieser Beratung fertigen wir auch Fotos an, mit deren Hilfe es dann später möglich ist, die einzelnen Schritte der OP aufzuzeichnen und zu erklären. Wir besprechen die unterschiedlichen operativen Techniken und Schnittführungen, beantworten alle diesbezüglichen Fragen zu möglichen Einschränkungen/Grenzen, Risiken und Komplikationen.

Krampfader-OP – Erledigungen vor der OP Informieren Sie Ihren Arzt über jede Art von Krankheit (Bluthochdruck, Gefäßerkrankungen, Diabetes, Lungenerkrankungen, Blutgerinnungsstörungen). 10 Tage vor der OP dürfen kein Aspirin und keine Medikamente, die Aspirin enthalten, eingenommen werden. Wenn Sie unmittelbar vor der Operation an Erkältung oder einer anderen Infektion leiden bzw. Sie zeitgleich Ihre Menstruation haben,  dann muss der Eingriff verschoben werden. 6 Stunden vor der Operation dürfen Sie nichts mehr essen und trinken. Falls Sie rauchen, müssen Sie es mindestens für die Zeit 2 Wochen vor bis 2 Wochen nach der OP  einstellen. Vor und nach der Körperstraffung bitte kein übermäßiges Sonnenbad!

Krampfaderentfernung – Ablauf der Operation

Krampfadern bedeuten eine Erweiterung der einzelnen Abschnitte im oberflächlichen Venensystem am Unterschenkel. Im Anfangsstadium sind erweiterte Krampfadern noch harmlos und in erster Linie nur ein ästhetisches Problem, aber fortschreitend kann daraus eine Krampfadererkrankung oder ein Venenleiden werden.

Je nach Stadium stehen uns verschiedene Optionen zur Behandlung und zur Entfernung von Krampfadern zur Verfügung. Die Dauer des Eingriffs ist abhängig vom Zustand der Krampfadern und vom gewählten Behandlungsverfahren.

Entfernung von „Besenreisern”: Die bekannteste und effektivste Behandlungsmethode ist das Wegspritzen/Veröden (Sklerotherapie), bei der eine zuckerhaltige Alkohollösung (Aethoxysklerol) in die Vene injiziert wird. Dabei verursacht das injizierte Material  eine sterile Entzündung in der Vene, die bewirkt, dass die Venenwand zusammenklebt, blockiert wird, nicht am Blutrückfluss teilnimmt und verblasst.

Bei stärkeren Adern sind möglicherweise mehrere Behandlungen erforderlich. Wenn die Besenreiser kaum sichtbar sind und feinfaserig, kann auch mit einer Lasertherapie das gewünschte Ergebnis erreicht werden. Die Behandlung erfolgt ambulant.

Krampfader-OP: Wenn die Krampfadern bereits in einem fortgeschrittenen Stadium sind und medizinisch als größere Krampfadern (C2 und mehr) und nicht als Besenreiser eingestuft werden, dann ist eine Operation erforderlich.

Eine gängige und bewährte Methode ist das sogenannte „Venenstripping”. Die Operation kann in Regional Anästhesie (Wirbelsäulennähe) ambulant oder mit eintägigem Klinikaufenthalt durchgeführt werden. Die OP dauert 1 Stunde.

Vor der Operation wird in stehender Position das problematische Venensystem markiert. Der hauptsächliche Teil der Operation ist die Entfernung der vergrößerten Venen. Wenn auch die oberflächliche Stammvene betroffen ist, wird sie vollständig entfernt bzw. gezogen. Es werden zwei Schnitte am Verlauf der Ader gesetzt, einer über dem inneren Knöchel, ein zweiter an der Leistenbeuge.  Teil der kompletten Krampfader-OP ist die operative Trennung der Stammvene  von der tiefen Vene inklusive der Unterbindung aller in dieser Region einmündenden Seitenäste (Krossektomie).  Dann wird die defekte Stammvene entfernt (Stripping, was so viel bedeutet wie Ziehen) schließlich auch die Seitenäste (subkutane Varikektomie). Die Spuren der Krampfader-OP heilen praktisch, ohne Narben zu hinterlassen, da die Krampfadern durch 2-3 mm kleine Schnitte entfernt werden. Eine so kleine Wunde muss nicht zusammengenäht werden. Der Schnitt in der Leistengegend fällt in die Beuge und ist so nach der Heilung nicht kaum mehr sichtbar. Nach der Behandlung wird ein elastischer Verband angelegt.

Krampfader-OP  – Die Zeit nach der Operation

Stehen Sie so schnell wie möglich  nach der Operation auf (spätestens am nächsten Tag) und laufen Sie, da die „Venenpumpe” den Heilungsprozess unterstützt. Kompressionstherapie ist sehr wichtig! Unmittelbar nach der OP werden mehrere elastische Kompressionsverbände angelegt, an den ganzen Unterschenkel, von den Zehen bis zur Leistenbeuge. Verbandwechsel ist am nächsten Morgen, Nahtentfernung am 7.-10. Tag. Das Tragen eines speziellen Kompressionsstrumpfes wird für mindestens 4 Wochen empfohlen. Vermeiden Sie Schwimmen, Baden, anstrengende Sportarten, Sauna und Sonnenbaden für 4-6 Wochen.

Krampfader-OP  – Erwartungen und Ergebnisse

Durch die Entfernung von erweiterten Krampfadern können nicht nur hervorragende ästhetische Ergebnisse erzielt, sondern auch die Folgebeschwerden und Gesundheitsprobleme beseitigt werden.

Nach der Krampfader-OP muss man nur selten mit einem sehr unangenehmen Gefühl rechnen. In den ersten Tagen danach können leichte Schmerzen auftreten, aber die kann man mit Schmerzmitteln lindern, bzw. das operierte Bein  hochlegen, und so werden die Schmerzen von Tag zu Tag weniger. Es ist normal, dass sich an der operierten Stelle größere und kleinere Blutergüsse einstellen, aber sie verschwinden innerhalb von zwei Wochen. Gelegentlich fühlt sich die operierte Vene wie ein hartes Bündel an. Nach 1-3 Monaten bildet sich auch das zurück (Im Hintergrund stehen kleine Hämatome).

Die Nähte werden 1 Woche nach der Operation entfernt. In den ersten paar Wochen können  die Narben rot und geschwollen sein. Mit der Zeit werden sie glatter, blasser, und schließlich kaum mehr wahrnehmbar.

Sie müssen sich jedoch der Tatsache bewusst sein, dass die Narben nie vollständig verschwinden werden und dass das Ergebnis der Operation nicht ein Leben lang halten wird.

Mögliche Komplikationen

Es gibt keinen chirurgischen Eingriff ohne Risiko.  Eingriffe ohne Komplikationen können von keinem Arzt garantiert werden. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt und Ihrem Anästhesisten über mögliche anstehende  Probleme.

Bei den Komplikationen sind zu erwähnen: Reaktionen auf örtliche Betäubung und Narkose, Hämatome, Blutergüsse, Blutungen, Entzündungen, Gefühlsstörungen an der Haut, thromboembolische Komplikationen.

Bei entsprechender Vorbereitung können diese Komplikationen jedoch minimiert oder vollständig vermieden werden.