Die Bruststraffung (Mastopexie) ist ein chirurgisches Verfahren, bei dem wir die erschlafften und hängenden Brüste straffen, liften und ihnen eine neue Form geben. Zur Erschlaffung der Brüste  kann es nach Schwangerschaft und Stillzeit kommen, oder nach größerem Gewichtsverlust. Es kann aber auch mit dem natürlichen Alterungsprozess zusammenhängen. Die Haut verliert allmählich ihre Elastizität, und dadurch die weibliche Brust oft ihre ursprüngliche Form.

Bruststraffung – auf einen Blick:

  • Operationszeit: ca. 2 Stunden
  • Operative  Nachsorge, Nachbehandlung
  • sportliche Aktivitäten vermeiden
  • körperliche Belastung vermeiden
  • Dauer ca. 4 Wochen
  • vollständige Nahtentfernung nach dem 14.Tag
  • Tragen eines speziellen BHs für 4 Wochen
  • Anästhesie: Narkose, fallspezifisch örtliche Betäubung
  • Krankenhausaufenthalt: 2 Tage

Bei der Bruststraffung stehen uns zahlreiche Techniken der plastischen Chirurgie zur Verfügung.  Diese bestimmen im Allgemeinen den Verlauf der Narben und meist auch die Form. Bei der Circumsolar-Technik läuft der Schnitt nur um den Brustwarzenhof herum. Mit dieser Technik kann man nur leichtes Hängen korrigieren. Bei der Circumvertikal-Technik führen wir den Schnitt um den Brustwarzenhof herum und vertikal nach unten (Lejour-Methode oder Lollipop-Schnitt). So kann fast jedes Hängen korrigiert werden, aber es sollte beachtet werden, dass nach der Operation Wochen, manchmal Monate vergehen können, bis die vertikale Wunde bzw. Narbe sich dehnt und die Brust ihre endgültige Form erhält. In schwereren Fällen wenden wir die modifizierte Form des umgekehrten T-Schnittes: den  „J” oder „Mini-T”-Schnitt  (Marchac-Mini-T) an. Operationen mit der – große Narben hinterlassenden – klassischen „Teddymaul”- Form gibt es bei uns nicht.

Wer eignet sich für die Brustverkleinerung, für wen die Mastopexie? Die besten Patienten für die Bruststraffung (Mastopexie) sind Frauen mit kleinen, hängenden Brüsten. Natürlich können alle Größen von erschlafften, hängenden Brüsten geliftet werden, aber bei einer kleinen Brust ist das Ergebnis langlebiger. Bei großen Brüsten ist die Kombination von Brustverkleinerung und –Straffung die richtige Entscheidung (siehe auch unter Mamma-Reduktionsplastik). Wenn Ihre Brüste ein sehr kleines Volumen haben, zum Beispiel als Folge einer Schwangerschaft, dann kann man wahrscheinlich mit dem zusätzlichen Einsetzen eines Implantats ein erfreulicheres Ergebnis erzielen (siehe auch unter Mamma-Augmentationsplastik).

Wir informieren Sie personenbezogen

Vor der Bruststraffung werden wir in einem Gespräch den Eingriff in allen Details besprechen, über Ihre Ideen, Wünsche, auch über eventuelle Bedenken und Zweifel reden. In diesem Zusammenhang  wird eine präzise und genaue Untersuchung der Brüste vorgenommen, einschließlich – wenn notwendig – Anfertigen von Fotos, mit deren Hilfe es dann später möglich ist, den Verlauf und die einzelnen Schritte der OP aufzuzeichnen und zu erklären. Wir besprechen die unterschiedlichen operativen Techniken und beantworten alle diesbezüglichen Fragen zu möglichen Einschränkungen/Grenzen, Risiken und Komplikationen.

Wir werden versuchen, Ihnen eine Vorstellung davon zu geben, was Sie von der Bruststraffung erwarten können. Entscheidend sind jedoch Ihre persönliche Ausgangssituation und jene Faktoren, die den chirurgischen Eingriff beeinflussen – Ihr Alter, Größe und Form Ihrer Brüste  – ferner, ob das Einsetzen eines Implantats notwendig wird.

Erledigungen vor der OP

Informieren Sie Ihren Arzt vor der Bruststraffung über jede Art von Krankheit (Bluthochdruck, Gefäßerkrankungen, Diabetes, Lungenerkrankungen, Blutgerinnungsstörungen). 10 Tage vor der Bruststraffung dürfen kein Aspirin oder keine Medikamente, die Aspirin enthalten, eingenommen werden. Wenn Sie unmittelbar vor der Operation an Erkältung oder einer anderen Infektion leiden bzw. Sie zeitgleich Ihre Menstruation haben,  dann muss der Eingriff verschoben werden. Vor der Bruststraffung ist eine Mammographie-Untersuchung  erforderlich. 6 Stunden vor der Operation dürfen Sie nichts mehr essen und trinken. Falls Sie rauchen, müssen Sie es mindestens für die Zeit 2 Wochen vor bis 2 Wochen nach der OP  einstellen. Vor und nach der Bruststraffung bitte kein übermäßiges Sonnenbad!

Vor der Bruststraffung notwendige Untersuchungen: Labordiagnostik (Blutbild, Blutzucker,  Ionen, Leber- und Nierenfunktion, INR), Brustkorb-Röntgen, EKG, Brust-US (oder Mammographie).

Ablauf der Operation

Die Bruststraffung wird normalerweise unter Narkose durchgeführt, aber sie kann auch ambulant absolviert  werden. Die individuelle Technik hängt zusammen mit der Schnittführung von der jeweiligen Anatomie und dem Grad des „Hängens” ab. Grundsätzlich wird die Haut um die Brustwarze so beschnitten, dass wir die überschüssige Haut entfernen und die Brustwarze weiter nach oben platzieren können. In den meisten Fällen liegt die Narbe um den Brustwarzenhof herum und vertikal bis zur Unterbrustfalte (sog. „narbensparende Technik). Die „neue” Brust wird gestrafft und höher positioniert.  Im Laufe der Zeit ändert sich diese Position und nach ca. 3 Monaten „gelangt“ sie an ihren endgültigen Platz. Wir legen großen Wert auf gute Wundränder, was durch präzise plastische Nahttechnik erreicht wird. Danach bleiben kaum wahrnehmbare Narben zurück.

Die Bruststraffung hinterlässt unvermeidlich Narben, die jedoch leicht mit Bikini oder BH verdeckt werden können. Bei sehr kleinen und geringfügig hängenden Brüsten kann es unter Umständen genügen, einen kleinen Schnitt um den Brustwarzenhof herum zu setzen (zentrale Bruststraffung, Pexia).

Die Zeit nach der Operation

Nach der Bruststraffung  wird ein formender Verband angelegt. Dieser wird dann durch einen elastischen Spezial-BH ersetzt, der 4 Wochen getragen werden muss. Mit größeren Hämatomen muss nicht gerechnet werden, nur mit einer geringen Schwellung, die aber innerhalb einiger Wochen zurückgeht.  Die Nähte werden nach 14 Tagen entfernt. Nehmen Sie sich nach der OP ca. 2 Wochen frei, und begrenzen Sie anstrengende physische Arbeit, körperliche Aktivitäten und Sport. Danach können Sie schrittweise wieder zu Ihrem früheren Lebensstil zurückkehren.

Erwartungen und Ergebnisse

Mit der Bruststraffung können hervorragende ästhetische Ergebnisse bei Patientinnen mit erschlafften, hängenden Brüsten erzielt werden. Durch die bewusste Anwendung der „narbensparenden“ Technik werden innerhalb weniger Monate die Narben glatter, blasser und sind schließlich kaum mehr wahrnehmbar. Sie sollten sich jedoch bewusst sein, dass die Narben nie völlig verschwinden werden, und dass das Ergebnis des Bruststraffens nicht ein ganzes Leben lang anhalten wird. Gegebenenfalls sieht man dennoch die Folgen von Schwangerschaft, Gewichtsschwankungen und den Einfluss des natürlichen Alterungsprozesses. Frauen, die als Ergänzung zur Bruststraffung Implantate eingesetzt bekommen haben, empfinden das Ergebnis eher als dauerhaft.

Bruststraffung – mögliche Komplikationen

Es gibt keinen chirurgischen Eingriff ohne Risiko.  Eingriffe ohne Komplikationen können von keinem Arzt garantiert werden. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt und Ihrem Anästhesisten über mögliche anstehende  Probleme.

Bei den Komplikationen nach einer Bruststraffung sind zu erwähnen: Reaktionen auf örtliche Betäubung und Vollnarkose, Blutungen, Hämatome, Wundinfektionen, vorübergehende Gefühlsstörungen an Brust und Brustwarze, Probleme beim Stillen, Brustasymmetrie, thromboembolische Komplikationen.

Eine spätere Komplikation nach einer Bruststraffung können verbreiterte, hypertrophe oder keloide Narben sein. Bei entsprechender Vorbereitung können diese Komplikationen jedoch minimiert oder vollständig vermieden werden.