Bauchdeckenplastik oder „Abdominoplastik” ist ein chirurgisches Verfahren, bei dem wir die im Bauchbereich unnötige Haut und das darunterliegende Fettgewebe entfernen und gleichzeitig die Bauchmuskulatur straffen. Mit diesem Eingriff beseitigen wir den vorgewölbten Hängebauch und formen einen straffen, flachen Bauch.

Bauchdeckenplastik- auf einen Blick:

  • Operationszeit: ca. 2 Stunden
  • Postoperative  Nachsorge, Nachbehandlung:
  • sportliche Aktivitäten vermeiden
  • körperliche, physische Belastung vermeiden
  • Dauer ca. 3Wochen
  • Nahtentfernung nach dem 14.-21.Tag
  • Tragen einer speziellen Kompressionsbauchbinde, eines Mieders: 4-6 Wochen
  • Anästhesie: Narkose
  • Krankenhausaufenthalt: 2-3 Tage

Die Bauchdeckenplastik kommt in zwei Fällen in Frage

Frauen, die mehrmals entbunden haben, haben oft zusätzlich zu einer schwachen Bauchdecke auch Dehnungsstreifen und überschüssige erschlaffte Haut. Das ist ein ernstzunehmender ästhetischer Nachteil. Hier rekonstruieren wir die Bauchmuskeln in der entsprechenden anatomischen Position, d.h. die geraden  Bauchmuskeln, die an der Bauchdecke die Stabilität übernehmen, werden zusammengenäht. Daneben korrigieren wir auch den Unterbauch. Durch das Entfernen von Hautüberschuss erreichen wir einen gestrafften flachen Bauch.

Um das ästhetische Ergebnis zu maximieren, arbeiten wir oft mit der Lockwood-Technik (Bauchdeckenplastik ohne Straffung), bei der sich die Narbe tiefer befindet. So können wir  dem Patienten eine schnellere Genesung und weniger Schmerzen ermöglichen.

Im zweiten Fall können eine vorgeschriebene Abmagerungskur oder eine auch durch Sport nicht mögliche Figurveränderung Gründe dafür sein, sich für die Bauchdeckenplastik zu entscheiden. Dabei entfernen wir innerhalb einer OP die über Jahre oder Jahrzehnte eingelagerten Fettdepots, zusammen mit der überschüssigen Haut.

Wer ist für eine Bauchdeckenstraffung geeignet, für wen die Bauchdeckenplastik-OP?

Für die Bauchdeckenplastik sind diejenigen Frauen und Männer geeignet, die über einen guten Allgemeinzustand verfügen, aber eine geschwächte und erschlaffte Bauchdecke haben, zudem mit überschüssigem Gewebe. Das kann die typische Folge von ein oder mehreren Schwangerschaften sein oder von  Gewichtsverlust, wo sich die Haut nicht mehr ausreichend zurückbilden kann. Hier helfen leider nur selten weitere Diäten, Abmagerungskuren und Bewegung.

Vor allem nach einer Schwangerschaft kann die plastische Chirurgie wirklich helfen, nachdem die ausgedehnte Bauchdeckenmuskulatur nicht mehr in der Lage ist, die ursprüngliche Straffheit in vollem Umfang wiederzuerlangen. Mit dem normalen Alterungsprozess verliert die Haut ihre natürliche Elastizität, aber auch das kann verbessert werden.

Patienten, die eine intensive Diät, Abmagerungskur planen, sollten die OP besser verschieben. Frauen, die noch eine Schwangerschaft planen, wird die OP ebenfalls nicht empfohlen.

Bestimmte innere Erkrankungen mit erhöhtem Anästhesierisiko sind ebenfalls von einer Operation auszuschließen. Sehr hoher Nikotinkonsum kann auch eine Kontraindikation für diesen Eingriff sein, da eine schlechte Blutversorgung das Risiko der Wundheilung erhöht.

Es ist nicht möglich, ein besonders drastisches Übergewicht zu beheben bzw. dieses Problem zu lösen.

Wir informieren Sie personenbezogen!

Vor der Bauchdeckenplastik-OP werden wir in einem Gespräch alle Details besprechen bzw. über Ihre Ideen, Wünsche, aber auch über eventuelle Bedenken und Zweifel reden. In diesem Zusammenhang  wird eine Untersuchung der Bauchdecke und der Bauchdeckenhaut bzw. des Zustands  des Fettgewebes durchgeführt. Außerdem werden Fotos angefertigt, mit deren Hilfe es dann später möglich ist, die einzelnen Schritte und Möglichkeiten der Bauchdeckenplastik-OP aufzuzeichnen und zu erklären. (Mini-, MIDI, totale Abdominoplastik, Lockwood-Bauchdeckenplastik)

Bauchdeckenplastik –Erledigungen vor der OP

Informieren Sie Ihren Arzt vor der Bauchdeckenplastik  über jede Art von Krankheit (Bluthochdruck, Gefäßerkrankungen, Diabetes, Lungenerkrankungen, Blutgerinnungsstörungen). 10 Tage vor der Bauchdeckenplastik dürfen keine Medikamente, die Aspirin enthalten, eingenommen werden. Wenn Sie unmittelbar vor der Operation an Erkältung oder einer anderen Infektion leiden bzw. Sie zeitgleich Ihre Menstruation haben,  dann muss der Eingriff verschoben werden. Vor der Bauchdeckenplastik-OP eine 6 Stunden vor der Operation dürfen Sie nichts mehr essen und trinken. Falls Sie rauchen, müssen Sie es mindestens für die Zeit 2 Wochen vor bis 2 Wochen nach der OP  einstellen. Vor und nach Bauchdeckenplastik bitte kein übermäßiges Sonnenbad nehmen!

Vor der Bauchdeckenplastik notwendige Untersuchungen: Labordiagnostik (Blutbild, Blutzucker,  Ionen, Leber- und Nierenfunktion, INR), Brustkorb-Röntgen, EKG).

Ablauf der Operation

Die Bauchdeckenplastik wird normalerweise mit ein paar Tagen (1-2 Tage) Krankenhausaufenthalt durchgeführt. Die Operation dauert ca. 1,5 bis 3 Stunden, abhängig vom Umfang des Eingriffs. Die Methode umfasst die chirurgische Entfernung von überschüssiger Haut, von unter der Haut liegendem Fettgewebe und die Straffung des Bauchdeckenmuskels, wodurch die Taille geformt wird. Der Schnitt verläuft horizontal, in der natürlichen Hautfalte, von Hüfte zu Hüfte, direkt über der Schamgrenze, so dass die Narbe  später mit der Unterwäsche verdeckt werden kann. Der Nabel wird an seinem ursprünglichen Ort neu positioniert und stabilisiert. Es ist oft nützlich, die Bauchdeckenplastik mit Fettabsaugung an Taille und Oberschenkel zu kombinieren.

Eine spezielle Form der Bauchdeckenplastik ist die Lockwood-Technik (siehe KÖRPER-Artikel), die durch verschiedene technische Innovationen und Kombinationen ein ganz besonderes Ergebnis ermöglicht. Die Narbe wird sehr tief positioniert, dadurch ist der Patient viel früher schmerzfrei und die Drainagen können nach kurzer Zeit entfernt werden, ohne dass die Gefahr von späteren Punktionen (Absaugungen) besteht. Die Narbe wird fein und dünn sein, da die Wundränder nicht gespannt werden müssen. Wenn sich das überschüssige Haut-und Fettgewebe auf den Unterbauch und den unteren Teil des Mittelbauchs konzentriert, empfiehlt sich die MIDI-Bauchdeckenstraffung als zu wählende Operation. In diesem Fall wird die Haut unter und neben dem Nabel mobilisiert und dann auf die gewünschte Höhe gezogen. Der Nabel kann sich ändern (dehnen), oder er kommt ein paar Zentimeter weiter nach unten. Mit Fettabsaugung kann man eine perfekte Kontur erzielen.

In speziellen Fällen, bei denen sich überschüssige Haut- und Fettgewebe im Unterbauch befinden, kann auch die „Mini-Bauchdeckenstraffung” angewendet werden. Dies ist ein kleiner Eingriff, der ambulant und mit örtlicher Betäubung durchgeführt werden kann. Nur der Unterbauch wird gestrafft, ohne Verlegung des Nabels. Der Schnitt ist hier natürlich deutlich kleiner.

Die Zeit nach der Operation

Bei der Bauchdeckenplastik  schließen wir den Schnitt mit ein paar plastisch-chirurgischen Stichen und bringen meist 2 Drainagen an, die das Wundsekret in den folgenden 2-3 Tagen ableiten sollen. Die Nähte werden in der 2.-3. Woche postoperativ entfernt. Zur Unterstützung der gestrafften Bauchdeckenmuskulatur wird für 4-6 Wochen das Tragen einer elastischen Bauchbinde oder eines Mieders empfohlen. Um die bessere Haftung der Haut zu fördern, verwenden wir einen modellierten Verband, den Sie auch zu Hause benutzen können.

Natürlich werden wir Ihnen zeigen, wie Sie das tun können. Nehmen Sie sich 2-3 Wochen nach der Bauchdeckenplastik-OP frei und vermeiden Sie anstrengende körperliche Aktivität für ein paar Wochen. Aktive physische Belastung, Sport erst ab der 6. Woche!

Erwartungen und Ergebnisse

Mit der Bauchdeckenplastik können hervorragende ästhetische Ergebnisse bei Patienten mit erschlaffter Bauchdecke und Gewebeüberschuss – erreicht werden. In einigen Fällen kann eine zusätzliche Fettabsaugung erforderlich sein, um die Ergebnisse zu optimieren. In den meisten Fällen ist das Ergebnis dauerhaft, wenn Sie sich weiterhin gesund ernähren und sich regelmäßig bewegen, aber der natürliche Alterungsprozess kann auch nicht durch die neueste Technologie nicht aufgehalten werden. Man muss sich auch bewusst sein, dass die Narben nie vollständig verschwinden werden, aber in ein paar Monaten nach der Bauchdeckenplastik-OP werden sie glatter und blasser. Die Narben gelangen 3 bis 4 Monate nach der Operation tiefer in den Unterwäschebereich. (siehe KÖRPER-Artikel)

Mögliche Komplikationen

Es gibt keinen chirurgischen Eingriff ohne Risiko, aber mit einer präzisen und gewebeschonenden Technik, als auch mit den modernen Bauchdeckenplastik-Techniken (siehe KÖRPER-Berichte – Lockwood-OP) und Methoden können Komplikationen minimiert werden. Dennoch seien die Komplikationen erwähnt, die nach einer Bauchdeckenplastik auftreten können: Reaktionen auf örtliche Betäubung und Narkose; Blutungen, die nach 1-2 Tagen auftreten können; vermehrte Gewebeflüssigkeit in der 1. Woche (was mit  der Lockwood-Technik umgangen werden kann) Wundentzündungen; durch einen gestörten Blutkreislauf  teilweises  Taubheitsgefühl der Haut (was mit der „entspannten“ Lockwood-Technik umgangen werden kann), durch Beschädigung der oberflächigen Hautnerven verursachte Gefühlsstörungen, thromboembolische Komplikationen.

Eine spätere Komplikation nach der Bauchdeckenplastik können verbreiterte, hypertrophe oder keloide Narben sein. Bei entsprechender Vorbereitung können diese Komplikationen jedoch minimiert oder vollständig vermieden werden.